The Watch

Vom Turm aus denken

Ausstellung | So. 28.06.2026 | 13:00 - 20:00

Benjamin Busch, Franziska Harnisch, Kevin Rittberger und Philine Rinnert, Tetsuhiro Uozumi und Kiyomi Uozumi

Kuratiert von Irina Novarese, Jo Zahn, Jean-Ulrick Désert und Franziska König-Paratore

The Watch (Ehemaliger DDR Wachturm), Am Flutgraben 1, 12435 Berlin-Kreuzberg

Die eintägige Ausstellung im ehemaligen DDR-Wachturm bildet den öffentlichen Abschluss der diesjährigen vier 1-Tages-Residenzen der Reihe ONE DAY AT THE WATCH, welche seit 3 Jahren das Programm von The Watch bildet.

Die eingeladenen Künstler:innen Franziska Harnisch, Kevin Rittberger, Tetsuhiro Uozumi, Benjamin Busch und Kiyomi Uozumi setzen sich intensiv mit der Geschichte, Materialität und gegenwärtigen Nutzung des Turms auseinander. Die zeitliche Verdichtung schärft den Blick für den Ort und ermöglicht unmittelbare, ortsspezifische Reaktionen im Turm und die Öffnung für neue Perspektiven auf Themen, die die Künstler:innen schon länger bearbeiten.

Die Ausstellung macht Rechercheprozesse, Interventionen und die temporäre Nutzung des Ortes sichtbar. Der Turm ist dabei zugleich Gegenstand künstlerischer Untersuchung, Arbeitsraum und öffentlicher Raum. Künstlerische Praxis und Denkmalarbeit greifen hier ineinander und ermöglichen die Erhaltung des Ortes als Projektraum und Gedenkstätte seit 1990.

Begleitende Gespräche eröffnen Besucher:innen Einblicke in die jeweiligen Arbeitsprozesse und laden zum Austausch über künstlerische Praxis, Erinnerung, Transformation und gegenwärtige Nutzung historischer Architektur ein. Die Veranstaltung versteht sich als öffentlicher Dialograum, der einen ehemaligen Ort der Überwachung in einen offenen Raum für zeitgenössische Auseinandersetzung überführt und künstlerische Forschung als Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur in Berlin sichtbar macht.

The Watch

Als Relikt des DDR-Grenzapparats aus der Zeit der Stadtteilung blickt der ehemalige DDR-Wachturm am Schlesischen Busch seit der Wende 1989/1990 auf eine lange Tradition kultureller und künstlerischer Produktion zurück. Seit 2004 unter der Obhut des Vereins Flutgraben e.V. hat das Gebäude bereits zahlreiche Ausstellungen, Vorträge, Filmvorführungen und Residenzen beherbergt.

In den letzten Jahren hat sich das Gebäude von einem reinen Produktionsort zu einem Ort der Reflexion entwickelt: Künstler:innen, Schriftsteller:innen, Choreograf:innen und andere Denker:innen wurden eingeladen, Zeit im und um den Turm zu verbringen. Sie befassen sich mit der Beschaffenheit des Gebäudes, seiner Geschichte, seiner Zukunft sowie seiner gegenwärtigen Stellung im kulturellen und politischen Gefüge Berlins. Mehr als ein Überbleibsel des Kalten Krieges ist der Turm ein Ort für die widersprüchlichen Narrative der letzten 37 Jahre. The Watch lädt Kulturschaffende ein, sich Zeit zu nehmen, den Turm zu beobachten, zu reflektieren und ihn zu bewohnen, seine Passivität anzunehmen und auszuhalten. The Watch besteht aus einer Gruppe von Künstler:innen und Kulturschaffenden, die ehrenamtlich mitwirken. 

Gegründet: 2004

Barrierefreiheit

  • Für hörgeschädigte und gehörlose Menschen zugänglich.

Sitzgelegenheiten: 12 Klappstühle, es dürfen sich maximal 12 Personen gleichzeitig im Innenbereich aufhalten
Altersgruppen: ab 12 Jahren
Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch. Für die Ausstellung sind kaum bis gar keine Sprachkenntnisse erforderlich. Bei Bedarf nutzen wir eine Übersetzungs-App für Live-Sprache und Textübersetzung, um die Geschichte des Turms und seine künstlerische Nutzung zu vermitteln. Es wird ein Piktogramm geben, das die Geschichte des Turms und seine aktuelle Nutzung erklärt.
Rollstuhlfahrer:innen | Kinderwagen: nicht zugänglich, Kinderwagen können am Sockel des Turms abgestellt werden
Hörgeschädigte | Gehörlose Menschen: geeignet
Blinde Menschen: nicht zugänglich
Neurodiversität: Der Besuch des Turms und der Ausstellung erfolgt im eigenen Tempo und kann in Etappen oder zeitlich versetzt erfolgen. Kürzere Besichtigungen und häufige Pausen sind möglich.
Weitere Ankündigungen: Festes Schuhwerk wird empfohlen