Zur Verkieselung des Stadtraumes 3 – Die Zukunft
Göksu Baysal, Andrea Acosta, Ilgin Uçar, Benjamin Zuber
Kuratiert von Michel Aniol und Meike Kuhnert
Emmauswald, Steinhaufen 52°27'45.7"N 13°25'27.7"E, Zugang über Mariendorfer Weg 48, 12051 Berlin-Neukölln
stay hungry präsentiert den finalen Teil ihrer im öffentlichen Raum Berlins stattfindenden Interventionsreihe Zur Verkieselung des Stadtraumes - 3 Die Zukunft mit Arbeiten von Göksu Baysal, Andrea Acosta, Ilgın Uçar und Benjamin Zuber.
Ausgangspunkt ist der Emmauswald in Neukölln, eine der größten zusammenhängenden Waldflächen des Bezirks, entstanden auf dem Gelände eines ehemaligen Friedhofs und eingebettet in ein urbanes Umfeld. Als vielschichtiger Ort zwischen Erinnerung, ökologischer Nische und aktueller Nutzung steht er exemplarisch für gegenwärtige Verhandlungsprozesse um Stadtraum.
Vor dem Hintergrund aktueller Bebauungspläne, die den Fortbestand des Areals infrage stellen, wird der akut gefährdete Stadtwald zum Ausgangspunkt für Überlegungen zu möglichen zukünftigen Entwicklungen sowie deren sozialen und ökologischen Konsequenzen. Die künstlerischen Beiträge entwickeln ortsspezifische Arbeiten, die sich mit denkbaren Szenarien für den Emmauswald sowie vergleichbare urbane Räume beschäftigen. Dabei werden Fragen nach Erhalt, Verdichtung und gemeinschaftlicher Nutzung verhandelt und unterschiedliche Perspektiven auf Gestaltungsmöglichkeiten zukünftiger Stadträume sichtbar gemacht.
Die Intervention findet rund um das Ruinenfeld im Emmauswald statt und wird von stay hungry durch das Mobile Menu #25 kulinarisch begleitet und interpretiert und lädt zu einem gemeinsamen Essen, Verweilen und Austausch ein.
Betreten des Geländes auf eigene Gefahr!
Die dreiteilige Interventionsreihe Zur Verkieselung des Stadtraumes untersucht anhand von drei ausgewählten Orten in Berlin, die jeweils für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen, sowohl signifikante als auch stille Modifikationen von Stadtarchitektur durch städtebauliche Maßnahmen und deren Einflussnahme auf menschliche und nicht-menschliche Akteur*innen, die sich in ihr bewegen.
Der Begriff der Verkieselung verweist auf geologische und bautechnische Prozesse der Verdichtung und dient als Metapher für soziale und räumliche Transformationsprozesse, in denen urbane Lebensräume durch Schichtungen und Überlagerungen verändert werden und sowohl neue Formen des Zusammenlebens als auch Konflikte und Ausschlüsse hervorbringen können.
stay hungry
stay hungry wurde 2014 von den Bildenden Künstlerinnen Michel Aniol und Meike Kuhnert als unabhängiger Projektraum mit fester Lokalität in Berlin-Neukölln gegründet. In diesem nicht- kommerziellen Raum wird unter der Leitung und Kuration von Aniol und Kuhnert ein vielschichtiges und spartenübergreifendes Programm im Dialog und in Zusammenarbeit mit wechselnden Akteurinnen der freien Kunst- und Kulturszene realisiert, bei dem eine nicht hierarchische, selbstbestimmte und finanziell unabhängige Plattform des Austausches und des Experimentierens abseits von kommerziellen Strukturen zur Verfügung gestellt wird.
Seit 2017 agiert stay hungry als nomadische Projektinitiative an immer wieder wechselnden Orten im öffentlichen und halböffentlichen Raum, die sich zumeist auf den Vorhaben und Inhalten der geplanten Projekte begründen und diese oft selbst zum Thema haben.
2016 wurde die interventionistische Essensreihe Mobile Menu ins Leben gerufen, bei der eine inhaltlich-kulinarische Verbindung durch ein i.d.R. zur Finissage stattfindendes Essen mit der jeweiligen Ausstellungsthematik hergestellt wird. Das Mobile Menu kann in diesem Zusammenhang als eine Erweiterung, als ein humoristischer Kommentar, als ein Diskussionsforum oder auch als ein Störelement innerhalb des Ausstellungskontextes fungieren.
Gegründet: 2014